Erst im letzten Jahr wurde Vodafone verstärkt aktiv im Vertrieb von DSL-Anschlüssen. Aus Expertensicht eigentlich zu spät um noch einen großen Marktanteil für sich sichern zu können. Zumal Vodafone bereits mit rund 75% am drittgrößten DSL-Anbieter Arcor beteiligt ist, erscheint der Markteintritt auf dem DSL-Markt noch weniger plausibel. Kurzfristig scheint das so zu sein, jedoch berücksichtigt man die aktuellen technischen Entwicklungen und den Markttrend, dann wird deutlich welche strategischen Weichen Vodafone aktuell legt.
In Spanien testet Vodafone zur Zeit gemeinsam mit Alcatel-Lucent und Huawei sogenannte Femtozellen. Dabei handelt es sich um UMTS-Basisstationen die per DSL an das Vodafone Netz verbunden werden können. Damit soll der UMTS-Empfang in geschlossen Räumen verbessert werden. Dabei wird überprüft wie gut die Daten- und Sprachübermittlung über diese Technik ist. Im Erfolgsfall könnte somit die Konvergenz von mobilem und Festnetzinternet in den Fokus der strategischen Produktentwicklung von Vodafone rücken.
Erst im Januar hatte Alcatel-Lucent bekannt gegeben im Auftrag von Vodafone mit dem Ausbau eines DSL-Netzes in Spanien beauftragt worden zu sein. Dabei sollen zunächst in acht spanischen Großstädten, darunter unter anderem Madrid, ein Vodafone DSL Netz aufgebaut werden. Möglicherweise baut Vodafone hier bewußt einen Testmarkt auf, um so einen technischen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz entwickeln zu können. Branchenexperten gehen, davon aus, dass der Ausbau eines vergleichbaren DSL-Netzes in Deutschland deutlich teurer und aufgrund der Wettbewerbsdichte nahezu unmöglich gewesen wäre.