Die Internet-Service-Provider Arcor und Telefonica scheinen Erfolg mit ihrem Antrag auf ein Misstrauensverfahren bei der Bundesnetzagentur zu haben. In den vergangenen Wochen hatten die Telekommunikationsunternehmen beklagt, dass die Deutsche Telekom ihre Aufträge nicht bearbeitet und somit ihre Kunden nicht mit einem Anschluss versorgt werden.
Auch der Kölner Telekommunikationsanbieter QSC hatte bereits ähnliche Beschwerden an die Deutsche Telekom adressiert.
Die Bundesnetzagentur hat jetzt aufgrund des Antrages einen Fragenkatalog an die Deutsche Telekom versendet. Die Antwort wird Anfang Januar erwartet, danach will die Bundesnetzagentur geprüft haben, ob das Verfahren weiter verfolgt wird oder nicht. Allerdings scheint für die Wettbewerber bereits ein Schaden entstanden zu sein. Arcor beklagt, dass die Rückstände größer sind, als zu Zeiten der Streiks bei der Telekom.
Der Konflikt hat weitreichende Folgen auf dem gesamten DSL-Markt. Während Arcor eigene Kunden verzögert auf DSL und Telefonie aufschalten kann, geht es bei Telefonica und QSC auch um die Kunden großer DSL-Provider, unter anderem wie freenet, 1&1, o2, Alice etc. Vor allem die große Nachfrage nach den 1&1 Surf & Phone Produkten scheint, die Engpässe verschärft zu haben.
Sollte sich herausstellen, dass die Telekom hier bewusst, die Kunden der Konkurrenz verzögert aufgeschaltet hat, könnte dies noch weitreichendere Konsequenzen nach sich ziehen. Denn so hätte die Telekom sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen DSL- und Telefonie-Wettbewerbern aufgrund von Marktmacht erzwungen.
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Telekom aufgrund des Einschaltens der Bundesnetzagentur aktiv wird und ab Januar auch die Kunden der Konkurrenz wieder vernünftigt aufschaltet.