Freenet News

Verlierer des Jahres 2007

vom 31.12.2007

Als Verlierer des Jahres geht nach Ansicht vieler Telekom-Branchenexperten Eckhard Spoerr stellvertretend für die Freenet AG hervor. Erst nach langem Hin und Her gelang es ihm im März die Mobilfunksparte Mobilcom unter ein Dach mit dem DSL-Anbieter Freenet und Webhosting-Provider Strato zu vereinen. Die lang ersehnte Konstellation wurde Wahrheit und mit teuren Werbekampagnen begleitet. Rund sieben Monate später sollte der Konzern nach Ansichten der Investoren bereits wieder zerschlagen werden.


Im Oktober 2007 beteiligten sich die United Internet AG und die Drillisch AG an einem gemeinsamen Unternehmen, mit der Absicht die Freenet AG aufzuteilen und in Teilen entsprechend zu übernehmen. Mobilcom recht erfolgreich im Mobilfunkgeschäft, sollte von Drillisch Telecom übernommen werden. Das Freenet DSL-Zugangsgeschäft war als Konsolidierungsmasse für die United Internet Tochter 1&1 Internet AG vorgesehen. Alternativ war die Möglichkeit Freenet als eigenständige DSL-Marke unter United Internet fortzuführen gegeben. Das Portalgeschäft würde ideal zur United Internet Media AG passen, hätte aber eventuell Kartellrechtlich Schwierigkeiten machen können. Für das Webhosting Geschäft gab es unterschiedlich Szenarien.

Doch es kam anders, als es Analysten und Branchenexperten erwartet hatten. Ralph Dommermuth ließ im November verlauten, dass seine United Internet AG nicht an weiteren Verhandlungsgesprächen interessiert sei, da die freenet AG als überbewertet eingestuft wurde. Eckard Spoerr warf Ralph Dommermuth ein kalkuliertes Manöver vor, um den Kurs der freenet Aktien in den Keller zu treiben und zeigte sich enttäuscht. Darauf hin ließ Eckard Spoerr verkünden, dass die Freenet AG nicht mehr bereit ist, Gespräche über Übernahmeverhandlungen oder Kooperationsmöglichkeiten mit United Internet oder Drillisch fortzuführen. Ausserdem würde Freenet an der bisherigen Strategie festhalten und als ganzheitlicher Telekommunikationskonzern weiter arbeiten. Prompt meldet sich Hauptanteilseigner der Freenet AG, die VATAS Holding zu Wort und ließ verlauten, dass die Zerschlagung des Konzerns nach wie vor angestrebt wird.