Freenet DSL nach Debitel Übernahme


5. Mai 2008

Die Freenet AG ist dank der Akquisition der Debitel AG zum drittgrößten Mobilfunk-Provider Deutschland aufgestiegen. Doch der Preis für Debitel war mit 1,6 Milliarden Euro verhältnismässig hoch, dabei wurde der Verkauf der DSL-Sparte mit einkalkuliert. Ursprünglich sollte sie rund 600 Millionen Euro einbringen, doch das scheint überbewertet gewesen zu sein.

In einem Focus-Interview erwähnte Freenet-Chef Eckhard Spoerr die neue entstandene Marktmacht auch nutzen zu wollen. In Zukunft wird Freenet als Netzleistungswiederverkäufer in der Lage sein zu entscheiden welches Netz ausgelastet wird und welches nicht. Hier dürften vor allem die Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile und Vodafone sich angesprochen fühlen.

Kritisch äußerte sich Spoerr gegenüber seinem Rivalen Ralph Dommermuth. Der Chef von United Internet(1&1 DSL) versuchte die gesamte Übernahme zu stören und zu verhindern. Dommermuth hatte mehrmals zum Ausdruck gebracht, dass die DSL Sparte mit Debitel für ihn nicht mehr interessant sei. Möglicherweise kommen jetzt andere Käufer zum Zug. Unter anderem hatte der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica (O2 DSL) Interesse geäußert, sowie Telecom Italia mit ihrer Tochter Alice-DSL.