In den vergangenen Wochen ist bekannt geworden, dass die Deutsche Telekom AG als Inhaber der "Letzten Meile" oder der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die Kunden der Kokurrenz deutlich später freischaltet als die eigenen Kunden. Betroffen von der Verzögerungstaktik waren die Kunden aller größeren und bekannten DSL- und Telefonieanbietern, wie Arcor, 1&1, freenet, Alice oder auch O2.
Bekannt wurde die Methode, nachdem die spanische Telefonica (O2), sowie Arcor bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf ein Misstrauensverfahren gestellt hatten. Viele Kunden mussten wochenlang warten, damit sie von den Telekomanschlüssen auf die ihrer DSL- und Telefonie-Provider umgeschaltet wurden. Damit verbunden sind nicht nur verärgerte Kunden, sondern auch höhere Kosten mit Überschreitung von Fristen.
Die Bundesnetzagentur stellte jetzt ein Standardvertrag für die Branche auf, in dem die Telekom nun gehalten wird, innerhalb von sieben Werktagen die Anschlüsse für ihre Konkurrenten freizuschalten, andernfalls drohen hohe Vertragsstrafen. Der Standardvertrag soll zunächst bis Februar 2009 gelten.
Unberührt von der Entscheidung einen Standardvertrag aufzustellen, verfolgt die Bundesnetzagentur weiterhin das Misstrauensverfahren gegen die Deutsche Telekom. Somit dürfte es im nächsten Jahr deutliche enger um sie werden, da die Konkurrenz inzwischen immer stärker die Telekom-Festnetzanschluss-Bestandskunden mit günstigen Komplettpaketen aus Telefonie, DSL und Entertainment versucht erfolgreich zu werben.